Anatomie der Achillessehne:
Funktion, Lage, Aufbau und Verlauf einfach erklärt

Die Achillessehne ist eine sehr komplexe Sehne des menschlichen Körpers. Ein grundlegendes Verständnis von Funktion und Aufbau hilft dabei, ein besseres Gefühl für die eigene Achillessehne zu entwickeln.

Funktion der Achillessehne

1. Funktion der Achillessehne

Die Achillessehne überträgt die Kraft der Wadenmuskeln in den Fuß und ermöglicht den Abdruck vom Boden. Eine gute, elastische Achillessehne speichert beim Aufkommen des Fußes bis zu 30% der Kraft, die wir dann beim Abdrücken und vorwärts Laufen benötigen. Eine elastische Achillessehne ist also gerade im Sport Gold wert, eine schmerzende sollte so schnell wie möglich wieder gesund werden.

Funktion der Achillessehne

30% der Kraft für den Abdruck des Beines kommt von einer gesunden Achillessehne

Wo befindet sich die Achillessehne

2. Lage: Wo befindet sich die Achillessehne?

Um mögliche Achillessehnenschmerzen am Fuß zu lokalisieren, ist zu Beginn zu klären, wo sich die Achillessehne überhaupt befindet.

Die Achillessehne ist ein wichtiges Element des Wadenmuskels. Sie kann sich – anders als der Muskel – nicht zusammenziehen („kontrahieren“). Die Sehne besteht aus Bindegewebe (Kollagen Typ I). Sie setzt am Fersenbein an und geht dann über in den Wadenmuskel.

Anatomie und Aufbau der Achillessehne:

Wo befindet sich die Achillessehne
Die Bursa der Schleimbeutel zwischen Achillessehne und Fersenbein

3. Die „Bursa“ – der Schleimbeutel zwischen Achillessehne und Fersenbein

Am unteren Ende der Achillessehne befindet sich eine Gleitschicht, die Sehnenscheide (Bursa). Sie wird unter anderem dort gebraucht, weil die Sehne gegenüber anderem Gewebe und Knochen bewegt wird. Die Bursa sorgt dafür, dass sich die Sehne reibungslos bewegen kann.

Bindegewebsschicht: Einige Sehnenfasern sind mit einer dünnen Schicht aus Bindegewebe mit Nerven und Gefäßen ummantelt. Sie sichert die Durchblutung und den Lymphfluss.

Die Bursa der Schleimbeutel zwischen Achillessehne und Fersenbein
Die Achillessehne

Belastbarkeit der Achillessehne

4. Aufbau der Achillessehne

Die Achillessehne hat eine runde Form und eine feste Struktur. Sie ist weiß glänzend. Ihr Aussehen erinnert an ein Kabel oder Seil.

Der Hauptanteil der Achillessehne besteht aus langen, wellenförmigen Fasern. Dieser wellenförmige Verlauf gewährleistet, dass die auf die Achillessehne einwirkenden Belastungen besser abgefangen werden. So wird bei einer Zugbelastung zunächst die Wellenform aufgehoben. Anschließend kommt es zu einer langsamen und gleichmäßigen Belastung des Kollagens der Sehne.

Die Achillessehne

Belastbarkeit der Achillessehne: Die Achillessehne kann sehr stark, mit 500 bis 1000 kg/cm2, belastet werden. Sie ist stabiler als ein Stahlseil der gleichen Größenordnung und damit die stärkste Sehne im Körper.

Die Achillessehne lebt

Im Sehnengewebe findet ein permanenter Umbau („Turnover“) – des Kollagens statt. Kollagen wird immer wieder auf- und abgebaut.

Dieser Turnover erfolgt normalerweise sehr langsam, bei Sehnenerkrankungen („Tendopathien“) aber deutlich schneller. Der Abbau von Kollagen findet durch Enzymprozesse statt.

Gesunde Achillessehne

Die Achillessehne ist gesund, wenn ein optimaler Turnover und eine gute Durchblutung erfolgen. Optimaler Turnover entsteht unter anderem durch Bewegung!

Durch den ständigen Wechsel von Be- und Entlastung werden die Gefäße ständig komprimiert, gedehnt und entspannt. Hierdurch wird der Transport von Nährstoffen und Abfallprodukten in der Achillessehne stimuliert. Das innere Milieu bleibt optimal erhalten, so dass eine ständige Neubildung von Sehnengewebe gewährleitet ist.

Des Weiteren haben einen Einfluss auf eine gesunde Achillessehne die Ernährung, die Gene, die Psyche und ein optimaler Stoffwechsel.

Durchblutung

5. Durchblutung

Die Durchblutung der Achillessehne erfolgt über vier verschiedene Systeme

  1. eine Bindegewebsschicht, welche die Achillessehne umgibt.
  2. über Gefäße, die parallel zur Achillessehne verlaufen. Sie strahlen über Verästelungen in die Sehne aus.
  3. Die Versorgung der Achillessehne erfolgt über die Knochenhaut („Periost“).
  4. Schließlich wird die Achillessehne über die Sehnenscheide („Bursa“) versorgt.

An Stellen mit erhöhtem Druck wird die Achillessehne deutlich schlechter durchblutet. Das ist ein Grund, weshalb es hier zur Bildung von Knorpelzellen in der Sehne kommen kann, die Beschwerden verursachen.

Unabhängig vom Gefäßsystem des Wadenmuskels besitzt die Achillessehne ein eigenes Gefäßsystem.

Durchblutung und Training:

In Ruhe beträgt die Durchblutung der Achillessehne ca. 30-40% von der des Muskelbauchs. Bei Belastung nimmt sie aber stark zu, um das 7-Fache, bei Spitzensportlern sogar noch mehr!

Durch einen intensiven Trainingsreiz werden vor allem im Bereich des umhüllenden Bindegewebes der Achillessehne gefäßöffnende („vasodilatatorische“) Substanzen freigesetzt. Die Durchblutung der Achillessehne nimmt hierbei um das 7-Fache zu, bei Spitzensportlern noch stärker! Die Ausschüttung von Laktat und Wachstumshormonen, sowie Sauerstoff und Glucose, nimmt ebenfalls zu. Es entwickeln sich deutliche Zeichen einer erhöhten Syntheseaktivität (Aufbau neuen, gesunden Materials)!

Durchblutung

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